29 Jahre das Zentrum ASS im Herzen - Adieu Marianne!

Hätte Marianne Pfändler noch ein halbes Jahr angehängt, dann hätte sie insgesamt 30 Jahre im Stiftungsrat des Zentrums ASS mitgearbeitet. Sie entschloss sich aber «schon» im Sommer 2021 mit gut 29 Jahren im Dienste der Institution zurückzutreten. Wir alle werden sie vermissen und danken ihr für die grosse Arbeit in den fast drei Jahrzehnten. 

Wie man auf den Bildern sieht, machte Marianne immer eine gute «Figur», sei das in der Diskussion mit dem Regierungsrat, beim Lenken des Saurer Oldtimer-Cars anlässlich des 40 Jahre ZASS Jubiläums, bei der Schlüsselübergabe oder bei der Ansprache am neuen Standort in Stein sowie beim Jubeln in der Männerrunde nach bestandenem Fussbad im Eiswasser. 
Begonnen hatte sie ihre Arbeit mit der 79. Sitzung des Stiftungsrats am 27. Februar 1992. Im Protokoll steht: «Frau Rey (damalige Präsidentin des Stiftungsrats) begrüsst die Anwesenden und heisst Frau Pfändler und Herrn Dr. Sager zu ihrer ersten STR-Sitzung willkommen.»
Leider wird sie uns nun am 23. Juni 2021 anlässlich der 183. Sitzung verlassen. Somit war sie wohl an gegen hundert Stiftungsratssitzungen, davon auch als Vizepräsidentin (1995 – 2007) und als Präsidentin (2007 – 2020), aktiv dabei. Daneben gab es zudem viele, viele Standortbesuche, Baukommissionssitzungen, Bewerbungsgespräche, Austauschtreffen mit der Institutionsleitung und sie besuchte auch sonstige Anlässe mit Bezug zum Zentrum ASS. Marianne konnte man immer um Hilfe oder eine Auskunft bitten. Sie nahm sich gerne die Zeit, die es hierfür brauchte. 
Sie führte als Präsidentin des Stiftungsrats das Zentrum ASS durch eine grosse Bautätigkeit und durch eine wichtige Phase der pädagogischen Erneuerung. Sie stellte mich vor 14 Jahren als Institutionsleiter ein und schenkte mir damit ihr grosses Vertrauen. In ihrer präsidialen Amtszeit verdoppelte sich die Schülerzahl und statt 64 Mitarbeitende im 2007 waren es im 2020 insgesamt 151 Angestellte in der grössten Tagessonderschule im Kanton Aargau und der grössten Sprachheilschule der Schweiz. Marianne präsidierte auch die Baukommissionen der Neubauten in Turgi und Stein sowie dem grossen Ausbau in Lenzburg. Weitere Mitglieder der Baukommission waren die Stiftungsratskollegin Hélène Klemm, die Leiterin der Fachstelle Hauswirtschaft des ZASS, Maria Furrer und ich als Institutionsleiter. Es ist bezeichnend für die kooperative Zusammenarbeit mit Marianne, dass es in all den vielen Baukommissionssitzungen nur eine einzige Abstimmung brauchte, die sie dann bei einem Stand von zwei «Ja» gegen zwei «Nein» mit präsidialer Stimme entschied. Dass es dabei nur um «Heiss- oder Kaltwasser» in den Therapiezimmern ging, ist heute eine Anekdote und dass Marianne heute zugeben kann, dass sie jetzt anders abstimmen würde, spricht sehr für sie. Als Präsidentin der Baukommissionen war sie zusammen mit den übrigen Mitgliedern der Baukommission sowie den Planern auch dafür verantwortlich, dass alle Neubauten, trotz kurzer Planungs- und Bauzeit pünktlich bezogen werden konnten und auch die Kostenseite nie aus den Augen verloren ging. Auch hier gab es nie böse Überraschungen. 
Während vieler Jahre war es Marianne ein grosses Anliegen, dass der Stiftungsrat in einer Zweierdelegation jeweils einmal pro Jahr jeden Standort besuchte. Marianne war bei allen Besuchen immer mit dabei. Kaum in einem Kindergarten angekommen, sass sie schon bald mit den Kindern am Boden und war mittendrin im Geschehen. Von «oben nach unten» und von «unten nach oben» gab es nie Berührungsängste. Alle spürten immer ein grosses Wohlwollen und ein ehrliches Engagement. 
Als Institutionsleiter wusste ich immer, dass ich auf ihre Unterstützung zählen konnte. Wie es schon im Titel steht, verliert das Zentrum ASS mit dem Weggang von Marianne Pfändler viel Herz und Herzblut. Gute Beziehungen waren ihr wichtiger als eine «Pseudo-Professionalität» und sie liess die operative Führung der Institution ihre Arbeit machen und wirkte viel und unterstützend im Hintergrund. Zu tun gab es für sie genug. Schon in ihrer ersten Sitzung als Präsidentin musste sie sich mit Raumluftproblemen, der Integration einer ausserkantonalen Schule in unsere Institution, mit der Bauabnahme des Neubaus in Lenzburg, dem Wechsel der Pensionskasse vom Leistungsprimat ins Beitragsprimat und mit dem Bericht eines durchgeführten Audits beschäftigen. Sie musste also einen Vollgas-Start hinlegen und sich mit vielen verschiedenen Themen auseinandersetzen. 
Den stets grossen Einsatz von Marianne müssten wir eigentlich mit einem grossen Abschiedsfest verdanken. Das geht aber in diesem Sommer leider Corona-bedingt nicht und so wird der Abschied, verbunden mit unserem grossen Dankeschön, im kleinen Kreis stattfinden. 
In den letzten Wochen produzierten wir als kleiner Dank für sie ein «Mariandl-Video» mit spannender und gemischter Besetzung. Liebe Wünsche, lustige Episoden, Gesang und Musik begleiten somit Marianne aus ihrem wichtigen Amt. Eines wurde bei all diesen kurzen Clips klar bestätigt: Marianne wurde von Gross und Klein geschätzt, geachtet und geliebt. 
Dir liebste Marianne danken wir alle vom ZASS für deine umsichtige Führung, deinen grossen Einsatz für das Zentrum ASS, deinen Mut, dein Lachen, deine Grosszügigkeit und dein grosses Herz. Wir alle werden dich nie vergessen und wünschen dir eine gute Nach-ZASS-Zeit mit deinen Lieben und bei deinen vielen Interessen! Danke, danke vielmals!